This post is also available in: enEnglish

Vorsicht: Twitter App
verrät Ihren Kollegen
mehr als Sie ahnen

Wenn mehrere Personen
gemeinsam einen
Twitter Account
betreuen, kann es
in Sachen Privatsphäre
böse Überraschungen geben.

Twitter für Unternehmen

Unser Smartphone enthält einige Dinge, die ganz schön persönlich sind

Die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre sind fließender denn je. Dennoch gibt es Informationen, die wir keinesfalls mit unserem Chef, anderen Mitarbeitern im Büro oder mit dem Team unseres Kunden oder unserer Agentur teilen würden. Einfach, weil sie privat sind, weil wir selbst darüber bestimmen möchten, wer diese Informationen erhält.

Dazu gehören Dinge wie: An welchen Orten ganz genau habe ich meine Zeit verbracht? Welche Apps habe ich auf meinem Smartphone installiert? Sind darunter beispielsweise Dating Apps oder andere Anwendungen, die auf bestimmte, ganz persönliche Geschmacksrichtungen, Vorlieben oder äußerst private Themen und Lebenssituationen schließen lassen?

Meist enthält unser Smartphone einige Dinge, die unserer Privatsphäre zuzuordnen sind. Urlaubsfotos, diverse Apps und Nachrichten, seit einigen Jahren auch Standortdaten. Wer Zugriff auf unser Smartphone hat, der weiß, wo wir waren, mit wem wir kommuniziert haben und woran wir offensichtlich interessiert sind.

Twitter hält Dinge fest, mit denen Sie vielleicht nicht gerechnet haben.

Wenn Sie einen Twitter Account gemeinsam mit Kollegen, Geschäftspartnern oder Dienstleistern betreuen, dann sollten Sie überprüfen, ob Sie der Twitter App auf Ihrem Smartphone nicht zu weitreichende Rechte eingeräumt haben. Denn sie sammelt dann fleißig Daten, auf die jede Person zugreifen kann, die über die Logindaten zum entsprechenden Twitter Account verfügt. Und genau daran denkt unter Umständen nicht jeder Nutzer, der auf der vielleicht sowieso schon vorhandenen Twitter App auf seinem Smartphone auch einen geschäftlichen Twitter Account einrichtet.

Twitter erfasst andere Apps auf unseren Smartphones

Um uns “angepasste Inhalte” zur Verfügung stellen zu können, schnüffelt Twitter auf unserem Smartphone nach anderen installierten Apps. Die Funktion nennt sich App Graph (deutsch: App-Diagramm) und lässt sich direkt auf dem Gerät, aber auch in den Einstellungen zum Twitter Account im Web, deaktivieren.

Deaktiviert der Nutzer sie nicht und ist sich des Datenhungers von Twitter nicht bewusst, so ist die Überraschung bei einer Überprüfung der eigenen Daten im Loginbereich von Twitter groß: Denn hier werden fein säuberlich alle gefundenen Apps aufgelistet – einschließlich aller Anwendungen, die durchaus sehr privaten Charakter haben, vom Nahverkehrsfahrplan für die eigene Stadt bis hin zu Dating-Anwendungen wie Lovoo oder Tinder.

Passt das zu Twitters eigener Darstellung des Datensammel-Verhaltens? Eher nicht, denn das Unternehmen führt aus:

“Wir haben das App-Diagramm außerdem so entwickelt, dass Apps im Zusammenhang mit besonders sensiblen Themen, z. B. deine Gesundheit, sexuelle Orientierung oder Religion, möglichst nicht erfasst werden.”

Lange Liste von Apps bei Twitter

Twitter registriert andere Apps

Bei entsprechender Freigabe durch den Nutzer kundschaftet die Twitter App andere Apps auf unserem Smartphone aus. Welche Apps gefunden wurden wird im Anschluss im Twitter-Loginbereich angezeigt – auch Kollegen, die ebenfalls die Logindaten zum Account haben.

Twitter für Unternehmen

Wir möchten generell kein Urteil darüber fällen, ob es eine gute oder schlechte Sache ist, dass Social Media Apps Informationen über andere Apps auf unseren Smartphones sammeln. Nicht nur die Twitter tut das – auch andere Unternehmen. Allen voran, um nur ein Beispiel zu nennen, Google.

Was wir allerdings ins Bewusstsein rufen möchten ist folgendes Szenario: Wer einen Twitter Account gemeinsam mit anderen Personen nutzt, wie das bei vielen Corporate Twitter Accounts der Fall ist, sollte besondere Vorsicht walten lassen.

Denn nach dem Login in das Web Interface von Twitter lassen sich die gesammelten Informationen auslesen. Das ist einerseits löbliche Transparenz seitens Twitter. Andererseits öffnet es einem Szenario Tür und Tor, in dem besser informierte Nutzer auf private Informationen weniger gut über Datenschutzthemen informierter Nutzer des gleichen Twitter Accounts zugreifen.

Twitter posaunt sensibelste Informationen auf diese Weise hinaus. Denn es ist keinesfalls gewährleistet, dass immer nur eine Person auf ein und denselben Account zugreift (die Person nämlich, um deren persönliche Daten es geht).

Liste besuchter Orte bei Twitter

Twitter registriert besuchte Orte

Auch eine Liste der Orte, die wir twitternd besucht haben, wird von der Twitter App erstellt und im Loginbereich vorgehalten.

Eingeloggt in einen Twitter Account lässt sich einerseits die Liste der von der Twitter-Schnüffelfunktion identifizierten Apps aufrufen. Wir haben Accounts gesehen, bei denen eine dreistellige Anzahl von Apps abrufbar war. Einzelnen Nutzern des Twitter Accounts sind die Apps zwar nicht direkt zuzuordnen. Mit etwas Kombinationsgabe lässt sich allerdings durchaus erahnen, wer der jeweilige Nutzer war: Der Kollege mit dem Smartphone von LG fällt vielleicht eher bei den Apps mit Zusatz “Samsung” aus, der ohne Haare wird vielleicht nicht unbedingt die Hairstyling App genutzt haben – und so weiter.

Zudem gibt Twitter im Loginbereich beispielsweise bereitwillig Auskunft darüber, von welchen Orten aus man Twitter genutzt hat. Also nicht wundern, wenn die Kollegen im Büro nach der Rückkehr aus dem Urlaub gar nicht mehr fragen, sondern schon wissen, wo man denn nun genau war.

Ausschalten lassen sich die Tracking-Funktionen für den gesamten Account unter

Datenschutz und Sicherheit >> Individualisierung und Daten

Auch auf dem jeweiligen Smartphone lassen sich entsprechende Einstellungen treffen.

Screenshot Menü Individualisierung und Daten zur Deaktivierung des Twitter Tracking

Twitter Tracking deaktivieren

Im Menü “Individualisierung und Daten” lässt sich das Twitter Tracking abschalten (Screenshot kann durch Klick vergrößert angezeigt werden).

Generell lassen sich aus der Sache folgende Schlussfolgerungen ziehen:

  • Es reicht bei der gemeinsamen Nutzung von Social Media Accounts unter Kollegen nicht aus, peinlich darauf zu achten, dass man – um ein Beispiel zu nennen – nicht dem jeweiligen Social Media Account schadet, etwa, indem man den richtigen Inhalt über auf dem falschen Account veröffentlicht (was auch schnell passieren kann).
  • Zusätzlich sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass Smartphone Apps im eingeloggten Zustand eine ganze Reihe sehr persönlicher Daten sammeln und im Corporate Social Media Account speichern können.
  • Dazu gehören beispielsweise Standortdaten, Fotos, Browserverlauf sowie installierte Apps.
  • Schneller als gedacht können diese Informationen bei gemeinsamer Nutzung von Social Media Accounts via App und Account-Verwaltung beim Kollegen, beim Kunden oder beim Dienstleister landen. Eine Situation, die man unter Umständen vermeiden möchte.

Twitter für Unternehmen

Unsere Wissensdatenbank rund um Websites und Online Marketing

Web & Technik

SSL

SSL-Zertifikat von Let's Encrypt trotz 301-Umleitung automatisch erneuern - es geht doch.

DNSSEC

Was ist DNSSEC und wozu dient es?

WordPress Themes

Wie finde ich das richtige WordPress Theme?

Spam-Kommentare

Wie vermeide ich Kommentar-Spam in Blogs?

Mehrsprachige Websites

Mehrsprachige Websites: Wie groß ist der Aufwand?

Marketing

Corporate Blogs

Was ist ein Corporate Blog und wozu dient es?

WordPress

Warum sollte ich WordPress installieren?

Google Maps

Warum wird mein Unternehmen auf Google Maps nicht richtig gefunden?

Twitter

Wie funktioniert Twitter für Unternehmen?

Facebook Ads

Wie kann ich meine Facebook Ads optimieren?

Reputation Management

Guter Ruf online

Wie kann ich meinen guten Ruf online verteidigen?

Online-Krisen

Wie kann ich mich durch ein Training auf eine Online-Kritikwelle vorbereiten?

Shitstorms

Wie kann ich mich auf einen Shitstorm vorbereiten?

Spam bei Google

Meine Website wurde gehackt. Wir kriege ich den Spam wieder aus den Google-Suchergebnissen?