Unternehmen sucht Agentur – wer die Situation kennt, denkt an krasse Pitches, bürokratische Ausschreibungen und vor allem viel Frust auf beiden Seiten. Das Startup Agenturmatching will das ändern. Wir freuen uns, dass Gründer Axel Roitzsch in einer kleinen Serie über seine Erfahrungen berichtet. Teil 1 beleuchtete die Entstehungsgeschichte von Agenturmatching.
In Teil 2 ging es um die Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Unternehmen. Zum Abschluss beleuchtet Axel in Teil 3 die Frage, warum der klassische Pitch oft nicht funktioniert und was die Alternativen sein könnten. Wie finden Unternehmen und Agenturen ohne die übliche und oft für beide Seiten frustrierende Pitch-Prozedur zusammen? Oder, wenn es schon der Pitch sein muss, wie pitcht man besser?
Axel Roitzsch

Axel Roitzsch

agenturmatching.de

Unser Gastautor Axel ist Mitgründer von Agenturmatching, zuvor verantwortete er in einer renommierten Agentur das New Business und baute ein Startup in London mit auf.
Über den klassischen Pitch wird seit vielen Jahren viel geredet.
Man könnte meinen, alles sei gesagt – nur nicht von jedem.
Agenturen sehen den Pitch sehr häufig kritisch…
Sie argumentieren für mehr Fairness und weniger unbezahlte Pitches.

Agenturen, Verbände, facebook Communities wie die Pitch-Etiquette und sogar ein Pitch-Blog thematisieren die Unzulänglichkeiten des Pitches unentwegt. Weniger Ideenklau, mehr Transparenz. Alles gesagt wurde deshalb noch nicht. Was denken Auftraggeber eigentlich eigentlich über den Pitch? Wir haben nachgefragt:

Der Pitch ist…

  1. …die sicherste Auswahlmethode 

    “Der Pitch ist gesetzt!” – eine der gängigen Antworten auf die Frage, welche Auswahlmethode bevorzugt wird. Der Pitch stelle eine sichere und verlässliche Methode dar, eine Agentur zu finden. 

  2. … die Bühne der Besten 

    “Wir bekommen nicht die Berater zu Gesicht, mit denen wir arbeiten werden.” Auftraggeber gehen davon aus, ohnehin nicht “echte” Berater im Pitch zu erleben. Die Sorge ist groß, dass “normale” Berater oder Kreative nicht die Qualität der Pitch-Equipe halten. 

  3. … Schaulaufen 

    Im Pitch werden Luftschlösser gebaut, die wenig mit der tatsächlich zukünftigen Arbeit zu tun haben. Der Anteil an Pitch-Ideen, die in die Realität umgesetzte werden, sei verschwindend gering. 

  4. … ein langwieriger Prozess 

    Ein gut durchgeführter Pitch dauere zwischen 3 und 6 Monaten und beschäftige teilweise bis zu drei Mitarbeiter des Unternehmens. 

  5. … mit zu hohen Opportunitätskosten belastet 

    “Meine Agentur und ich leisten nur 80% dessen, was ich mir erhoffe. Sie zu wechseln und einen ganzen Pitchprozess zu durchlaufen, kostet mich aber zu viel Geld. Also arbeiten wir weiter zusammen.”

Der klassische Pitch ist eine widersprüchliche Angelegenheit. Wird er einerseits als sichere und verlässliche Auswahlmethode wahrgenommen, nähren sich Zweifel an der Belastbarkeit der Entscheidungen, die er herbeiführt – und dadurch die Unzufriedenheit. Der klassische Pitch ist eine weitverbreitete Notlösung. Agenturmatching hat sich zum Ziel gesetzt, das Zustandekommen von guten Geschäftsbeziehungen radikal zu vereinfachen. Wir arbeiten an echten, smarten Alternativen zum klassischen Pitch. Unsere Vorschläge:

Matching

Jede Geschäftsbeziehung sollte mit einem persönlichen Treffen beginnen. Und jedem persönlichen Treffen sollte eine eingehende Recherche potentieller Agenturpartner vorangehen. Je umfangreicher das Screening, desto höher die Chance auf einen guten Fit. Agenturmatching ist eine digitale Matchingplattform und übernimmt dieses Screening. Sie matcht passende Agenturen anhand projektbezogener Angaben auf Auftraggeberseite. Nach dem fachlichen Fit lässt sicht bei einem persönlichen Treffen herausfinden, ob es insgesamt matcht. Vorteile:

  • Eine große Zahl Agenturen kann ohne Aufwand gescreent werden.
  • Unkomplizierte Anbahnung ermöglicht einen schnellen Projektstart.

Briefinggespräch

Das persönliche Treffen kann verschiedenartig gestaltet werden. Eine Pilotkundin sagt:

“Ich schätze es sehr, wenn sich Agenturen mit uns auseinander setzen und ich merke das, wenn wir das Briefing durchsprechen.”

Sie lässt Agenturen nicht erst Ideen ausarbeiten und Konzepte entwickeln. Sie brieft einige ausgewählte Agenturen – und spricht dieses Briefing ausführlich mit ihnen durch. Danach wird entschieden.

“Beim Pitch kommt es nicht auf die Idee an. Worauf es ankommt, ist der Arbeitsstil.”

Vorteile:

  • tiefere Einblick in die Denkweise einer Agentur
  • weniger zeitlicher und personeller Aufwand

Two-hour-power Workshop

Ähnlich effizient sind Workshops. Stimmt die fachliche Auswahl der in Frage kommenden Agenturen (siehe Matching), haben Auftraggeber die Wahl, ob sie sich von einer Agentur wie im klassischen Pitch 2 Stunden lang fertiges Gedankengut präsentieren lassen – oder mit “echten” Beratern, bspw. in den Räumen der Agentur, 120 Minuten eine aktuelle Herausforderung diskutieren und gemeinsam eine Lösungen finden wollen. Vorteile:

  • einfach umsetzbar: Termin vereinbaren, Herausforderung schildern, im Workshop viel über das Gegenüber lernen
  • verlässliche Entscheidungsgrundlage
Haben Sie andere Erfahrungen mit der Agenturauswahl gemacht? Was hat gut funktioniert? Schreiben Sie uns oder hinterlassen Sie einen Kommentar!
Wir arbeiten daran, die Marketing- und Agenturbranche zum Besseren hin zu verändern. Dies sind Vorschläge, wie sich der klassische Pitch umgehen lässt. Für alle, die ihn dennoch bevorzugen, haben wir hier einen aus unserer Sicht idealen Pitchprozess erstellt (Anklicken zum Vergrößern): Prozess Agentur Auswahl Auf gute Zusammenarbeit!

Weiterführende Informationen

auf der Website von Agenturmatching.

Agenturmatching Team Axel Roitzsch, Christine Tesch, Sophie Schade
Gründerteam von Agenturmatching: Axel Roitzsch, Christine Tesch, Sophie Schade
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