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Screenshot Google Page Speed Test mit Ergebnis 100 von 100 Punkten

Google Page Speed Test mit Ergebnis 100 von 100 Punkten

  • Google Page Speed Insights ist ein Tool von Google, das auf Basis recht strikter Kriterien Auskunft darüber gibt, wie optimal eine Website auf möglichst schnelle Ladezeiten optimiert ist.
  • Vielen Website-Betreibern sind die Kriterien durchaus zu strikt.
  • Die Testergebnisse bereiten oft Frust.
  • Ein optimaler Score bei Page Speed Insights gilt als kaum erreichbar.

Seit Jahren beschäftigen wir uns immer wieder mit diesem Tool und passen von Zeit zu Zeit eigene Websites und auch die von Kunden an, um auf der Skala von 0 bis 100 möglichen Punkten beim Google Page Speed Insights Test weit nach oben zu kommen. Lohnt sich das? Was ist zu beachten?

Lohnt es sich, auf einen Google Page Speed Score von 100 hinzuarbeiten?

Die Ergebnisse von Page Speed Insights entfachen immer wieder lebhafte Diskussionen. Es wird diskutiert, ob es sich lohne, Websites auf Basis der von Google vorgegebenen Kriterien zu optimieren. Eine hohe Punktzahl sei angesichts der hohen Anforderungen kaum erreichbar, sagen die Kritiker.

Meine Überzeugung ist:

Man muss nicht kontinuierlich einen Google Page Speed Core von 100 erreichen. Aber man sollte dran bleiben.

1. Wichtig ist, sich immer wieder mit dem Page Speed Score der eigenen Website zu beschäftigen.

Einen Wert von 100 zu erreichen ist keinesfalls unmöglich – und der notwendige Aufwand ist zwar nicht gering, aber auch nicht völlig unangemessen.

2. Der Page Speed Score ändert sich kontinuierlich.

Lag er vor einigen Wochen noch bei 80, so liegt er inzwischen vielleicht wieder bei 30. Nicht nur, weil sich die Algorithmen ändern, sondern auch, weil sich eventuell technische Parameter der eigenen Website verändert haben.

Denkbar ist, dass sich der Page Speed Score verschlechtert hat, weil:

  • neue Bilder hochgeladen wurden, die nicht ausreichend komprimiert sind
  • neue Plugins aktiviert wurden, die ineffektive Skripte einbinden
  • neue Tracking Codes oder andere Skripte eingebunden wurden, die von externen Quellen geladen werden und daher nicht komprimiert werden oder kein Browser Caching unterstützen
  • sich Settings oder Leistungswerte auf dem Webserver verändert haben, gerade, wenn man einen billigen Hoster verwendet

Es ist wichtig, den Page Speed Score immer wieder zu überprüfen. Kurzzeitige Fluktuationen sind unwichtig. Alle 30 Sekunden kann man den Page Speed Score erneut überprüfen, und große Schwankungen sind selbst bei zwei aufeinander folgenden Messungen nicht unüblich. Es gilt, sich empathisch in die Technik hineinzuversetzen und mitzudenken. Wissen darum, wie ein Cache funktioniert und ob er bereits gefüllt ist oder wieder geleert werden muss, ist von Vorteil. Augenmaß bei der Beurteilung der Werte ist gefragt. Nicht irritieren lassen – ggf. die Überprüfung mehrfach wiederholen und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ausreißer nach oben und unten sind bei den Testergebnissen an der Tagesordnung.

3. 100 von 100 möglichen Punkten bei Google Page Speed Insights zu erreichen scheint geradezu unmöglich…

wenn man sich erstmals mit dem Thema beschäftigt und beginnt, die eigene Website zu optimieren. Bleibt man aber kontinuierlich dran und führt den Test regelmäßig durch, so wird die scheinbare Gängelung der Algorithmen, die hier Punkte vergeben, zu einem Fundus für wertvolle Tipps. Man beginnt, die notwendigen Stellschrauben zu begreifen. Optimierungen werden dann immer leichter. Vor allem, wenn man zahlreiche Websites zu verantworten hat. Dann kann man beginnen, Best Practices von einer Website zur nächsten zu übertragen. Idealerweise etabliert man, wenn man mehrere Websites verwaltet, entscheidende Einstellungen gleich auf der Ebene des Servers. Dazu gehört beispielsweise die Aktivierung der Komprimierung. Auch das Browser Caching kann man in der Regel nicht nur für eine Website aktivieren, sondern gleich für mehrere Sites.

4. Page Speed ist ein Rankingfaktor

Sich auf den Standpunkt zurückzuziehen, man wolle sich damit nicht beschäftigen, kommt folglich einem Verzicht auf Ranking-Potentiale in der organischen Suche gleich.

5. Komprimierung aktivieren

Das ist beispielsweise ein Punkt, den man sehr leicht ausräumen kann, indem man die Module gzip / deflate auf dem eigenen Webserver aktiviert.

6. Bilder komprimieren

Kein großes Problem, es gibt mit dem Shortpixel Plugin (kostenpflichtig) oder dem Robin Image Optimizer beispielsweise zwei leicht konfigurierbare und sehr wirkungsvolle Plugins für WordPress. tinypng.com bzw. tinyjpg.com (identisch) ist ein guter Online-Komprimierungsdienst, bei dem man in der kostenlosen Version bis zu 20 Bilder mit jeweils 5 MB maximaler Größe durch Ziehen in den Browser und anschließendes Herunterladen (einzeln oder als .zip) komprimieren kann. Achtung: CMS wie WordPress legen nach dem Upload mehrere Größenvarianten an, die dann wiederum nicht automatisch ideal komprimiert sind.

7. Above the Fold / Critical CSS / Sichtbare Inhalte priorisieren

Das ist ein relativ kritischer / schwieriger Punkt, denn das Critical CSS, das benötigt wird, kann sich von URL zu URL auch innerhalb einer Website unterscheiden. Jedoch gibt es hier sowohl automatische Lösungen, die das Critical CSS via API für jede einzelne URL generieren, als auch den Trick, das Critical CSS für die typischen Seiten-Layouts jeweils einzeln zu generieren und es dann einfach mit einem Merger / Minimizer zu einem Gesamt-Critical-CSS zusammenzufügen. Die automatische Generierung des Critical CSS für jede Unterseite gibt es nicht kostenlos, daher kann der genannte Kompromiss der beste Weg sein: sich manuell ein Critical CSS zusammenschustern, das alle regelmäßig abgerufenen Seiten bedient. Mein Geheimtipp.

8. CSS reduzieren, JS reduzieren, HTML reduzieren

Das erledigen bei WordPress Plugins wie Autoptimize (ein Segen, dieses Plugin) sehr gut, wenn man sie korrekt konfiguriert. Aktuell sammeln wir mit einer recht aggressiven Konfiguration die besten Ergebnisse ein. Selbst jquery lässt sich inzwischen oft durchaus weiter nach hinten im Quelltext schieben. Wenn man keine schlecht programmieren Plugins verwendet funktionieren sie dennoch.

9. Antwortzeit des Servers optimieren

Ein CDN hilft hier nicht immer. Unsere Erfahrung ist, dass es durchaus Sinn ergibt, zusätzlich ein geeignetes Caching-Plugin für WordPress zu verwenden. Wir testen kontinuierlich unterschiedliche Caching Plugins. WP Super Cache performt für uns hier aktuell am besten.

10. Zielseiten-Weiterleitungen vermeiden und ähnliches

Die eigene Website einem Page Speed Test zu unterziehen kommt immer wieder auch einem Health Check gleich. Der Test liefert ggf. wertvolle Hinweise auf technische Mängel, die einem sonst einfach nicht aufgefallen wären.

Page Speed 100 von 100 bleibt demnach aus meiner Sicht ein kaum dauerhaft erreichbares, aber absolut wünschenswertes Ziel. Wer seine Website und deren Gesundheit ernst nimmt vergleiche es m.E. einfach mit dem persönlichen gelegentlichen Besuch im Sportstudio.

Viel Spaß bei der Optimierung!

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