Unternehmen sucht Agentur – wer die Situation kennt, denkt an krasse Pitches, bürokratische Ausschreibungen und vor allem viel Frust auf beiden Seiten.

Das Startup Agenturmatching will das ändern.

Wir freuen uns, dass Gründer Axel Roitzsch in einer kleinen Serie über seine Erfahrungen berichtet.

Teil 1 beleuchtet heute die Entstehungsgeschichte von Agenturmatching – von der Ideenfindung über die Phase der Zweifel bis zum erfolgreichen Launch im Juli.

Der ebenfalls bereits erschienene Teil 2 behandelt das Thema “Performance der Geschäftsbeziehung zwischen Agenturen und Unternehmen: Wege, mehr aus der Zusammenarbeit herauszuholen” beleuchten. Wie werden Agenturen und Unternehmen zum Dreamteam?

In Teil 3 geht es zum Abschluss unserer Serie Anfang September um die umstrittene These: “Warum der klassische Pitch nicht funktioniert – und Alternativen dazu”.

Danke an Axel für den Input – und viel Spaß beim Lesen und Diskutieren!

Axel Roitzsch

Axel Roitzsch

agenturmatching.de

Unser Gastautor Axel ist Mitgründer von Agenturmatching, zuvor verantwortete er in einer renommierten Agentur das New Business und baute ein Startup in London mit auf.

“There will always be more ideas than there is capacity to execute”

Agenturmatching Gedanken fokussieren

– ein Zitat aus dem Buch The 4 Disciplines of Execution, das treffend beschreibt, was einem Startup täglich widerfährt. So ähnlich geht es jedem Agenturteam, das um einen neuen Kunden pitcht: Eine Fülle an Ideen trifft auf einen Mangel an Zeit und Ressourcen. Wenn Agenturen in Pitches scheitern, dann nicht aus einem Mangel an Ideen, sondern weil Idee und Agentur nicht zum Unternehmen passen – oder andersherum. Der Trick liegt darin, schon vorher die richtige Auswahl zu treffen. Und dann zu fokussieren.

Mein Gründerteam und ich fokussieren seit eineinhalb Jahren eine Idee: wir wollen einen digitalen Weg finden, Agenturen und Unternehmen so effizient wie nur möglich zusammenzubringen. Wir wollen ideale Partner matchen. Dafür ist es auch höchste Zeit: Die Marketing- und Agenturbranche ächzt unter enormer Ineffizienz. Jedes Jahr geben auftraggebende Unternehmen und Agenturen über 1 Milliarde Euro für die reine Geschäftsanbahnung aus. Bis der Erste wirklich produktiv arbeitet, vergehen Monate durch Recherche, Screening, Pitchvorbereitung, Prozesshandling, Fehlentscheidungen. Laut einer Studie des IMWF sind dennoch 60% aller Auftraggeber mit ihren Agenturen unzufrieden. Hoher Aufwand, hohe Unzufriedenheit – wie passt das zusammen? (hierzu mehr nächste Woche).

Agenturmatching Team Marketing SymposiumHeute vor 4 Wochen, am 10.07.2015, haben wir unser Produkt Agenturmatching gerelauncht. Es ist die erste echte digitale Matching-Plattform für die Marketing- und Agenturbranche. Sie soll die Branche revolutionieren, digitalisieren, Geschäftsanbahnungen radikal vereinfachen. Den klassischen Pitch überflüssig machen. Der 10.07. ist auch Tag des Münchener Marketing Symposiums. Wir gehören zu den ersten zwei Startups, die sich jemals auf dieser renommierten Marketing-Veranstaltung präsentieren durften. Zum Relaunch sind Agenturen wie die fischerAppelt AG und Brand Union Germany auf Agenturmatching vertreten.

Agenturmatching_Präsentation_LMU ECHeute vor 4 Monaten liefen die drei Stipendien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie aus, die unser Vorhaben für ein Jahr finanziert hatten. Um diese zu erhalten, überzeugten wir die Gutachter mit einem Businessplan, entwickelt mit dem Institut für Kommunikationswissenschaften der Universität Münster. Die Kernaussage: In unserer Marketing- und Agenturbranche liegt großes Produktivitätspotential, wenn die richtigen Partner nur nicht so viel Zeit und Geld in die Geschäftsanbahnung stecken würden. Es entstünde “volkswirtschaftlicher Schaden”, war unsere Begründung. In der Beurteilung unseres Antrags stand: “Die Darstellung der Marktsituation ist sehr überzeugend.”

Heute vor 8 Monaten begannen wir mit der technischen Entwicklung eines sogenannten MVP, Startup-Sprech für minimum viable product, der erste Wurf eines zukünftigen Produktes. Zusammen mit zwölf Pilotkunden auf Unternehmens- und Agenturseite sowie dem Insitute for Social Sciences in München hatten wir das Konzept für die B2B Matchingplattform entwickelt. Es soll funktionieren wie Parship für Auftraggeber und Agenturen. Renommierte Agenturen wie Zum goldenen Hirschen und wirDesign schlossen sich uns in dieser Zeit an, wir selbst wurden in das 6-Monatige Entrepreneurship Center der LMU München aufgenommen. 12 Startups wurden pro Halbjahr mit Netzwerk und Mentoring gefördert, am Ende wartet eine Präsentation der Geschäftsentwicklung vor 600 geladenen Gästen.

Heute vor 11 Monaten waren wir am Gardasse, weil mit den Nerven am Ende. Unser ursprüngliches Konzept ging nicht auf. Versuchten wir zuerst über umfangreiche Fragebögen Charakter und Kultur, Leistungen und Erfahrungen von Agenturen zu erfassen und mit Persönlichkeit und Anforderungen von Unternehmen zu matchen, merkten wir bald: das funktioniert nicht. Unternehmen waren die 30-minütigen Fragebogen zu aufwändig, Agenturen fiel es schwer, sich auf ein Set an Charakterzügen zu begrenzen.

Wir zogen uns zurück und dachten neu. Im Startup-Sprech: wir pivotierten, warfen unser Konzept um, hin zu hard-fact-basiertem Matching (Mitarbeiterzahl, Kompetenzen, Budgets, Branchen etc.). Das Kundenfeedback nach über 50 Gesprächen mit Vertretern beider Seiten war eindeutig. Unternehmen wollen auf einen Blick alle relevanten Informationen sehen, haben schon eine recht genaue Vorstellung ihrer idealen Agentur. Das Ergebnis waren individualisierbare Präsenzen und über 160 Matchingkriterien zur Differenzierung. Videoportraits der Agenturmitarbeiter ermöglichten dennoch einen ersten Einblick in Kultur und Charakter der jeweiligen Agenturen. Bereits vor dem ersten persönlichen Kennenlernen kann die Agentur Sympathien aufbauen.

Heute vor 16 Monaten legten wir los. Schon damals mit den typischen Arbeits-Utensilien eines Startups: Laptop, Mobiltelefon, Klebezettel, Nerf Gun und Grünem Tee. (Daran hat sich bis heute nichts geändert.)

Agenturmatching_Schreibtisch

Lesen Sie mehr in Teil 2:

Zusammenarbeit zwischen Agenturen und Unternehmen – mehr herausholen.

Weiterführende Informationen auf der Website von Agenturmatching.

Agenturmatching Team Axel Roitzsch, Christine Tesch, Sophie Schade

Gründerteam von Agenturmatching: Axel Roitzsch, Christine Tesch, Sophie Schade

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