Capri Sonne sagt: Behaltet euren goldenen Windbeutel. Find‘ ich gut.

Ich bekenne: Als Kind habe ich vor allem süßen Sprudel getrunken, wie man bei uns im Süddeutschen sagt. Mit lecker Zucker drin.

Wurde ich dadurch „angefixt“? Liebe ich deshalb schnelle Autos, Hebelprodukte und überflüssige Accessoires und noch so manche unkorrekte Dinge?

Das kann schon sein. Schlimm find‘ ich das aber nicht.

Leute!

Es gibt Dinge, die haben einen Bart, der länger nicht sein könnte – zum Beispiel die Tatsache, dass Capri Sonne Zucker enthält.

Entspannt euch mal. Wenn ich so durch die Stadt gehe, dann freue ich mich mehr über Kids, die Capri Sonne oder eine Tüte Eis genießen als über Teenies mit Hochprozentigem in der Bahnhofspassage. Darf man im Leben auch ein wenig Spaß haben? Oder ernähren wir demnächst unsere Kinder nur noch mit Waldorfpädagogik, Vollkornbrot und Globuli? Ich hab‘ mich schon lang nicht mehr so amüsiert.

Was um alles in der Welt spricht dagegen, dass Kids mal so eine Capri Sonne schlürfen? Klar, man könnte sagen, der Vergleich hinkt – sehe ich aber anders: Hier geht’s um Verhältnismäßigkeit. Ich frag‘ mich manmal einfach, mit welchen vermeintlichen Problemen sich manche Menschen beschäftigen.

Kommunikation gegenüber Kindern? Werbung, die Kinder anspricht? Viele Unternehmen beschäftigen sich damit und verpassen sich selbst strikte Policys. Aber aus meiner Sicht ist das alles so eine verdammte Doppelmoral – schlimmer geht’s nicht. Unsere Kids sind ständig mit Werbung konfrontiert. Überall. Die fragen sich nicht: Ist diese Werbung für mich gedacht? Nein. Sie sehen die Werbung einfach. All die Werbung.

Werbung für Zigaretten, Alkohol, schnelle Autos, überall schmachten uns derzeit von Plakaten Beyonces mit H+M-Bikini an (eigentlich auch nicht schlecht) – mir fällt wirklich so Vieles ein, das ich hier für problematisch halten könnte – da kommt Capri Sonne dann wirklich erst so weit hinten, dass ich solche Aktionen einfach für Satire halte.

Und das eben in einem Facebook-Thread bei Volker Gassner von Greenpeace vorgebrachte Argument, eine Capri Sonne sei ein Einstiegsszenario für „andere Stoffe“, das treibt es jetzt wirklich noch auf die Spitze. Ich habe (was ich in der Regel im Web nicht erwähne) selbst zwei Kinder und lege Wert darauf, dass sie ihr Leben auch genießen und nicht nur Vollkornmüsli essen.

Bernhard Jodeleit Lots of Ways GmbH Gründer und Inhaber
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