Chat Bots sind in jüngster Zeit angeblich der neueste Hype.

Es hängt zusammen mit diesem Trend, dass Social Networking à la Facebook ja, zumindest nach Meinung genervter Experten, out ist. Microblogging – Twitter – sowieso. Gut: In Wirklichkeit finden die Experten diese Kommunikationswege „out“, weil sie eben Mainstream geworden sind.

Instant Messenger sind angesagt. Snapchat. Diverse Messenger. Und da liegt es nahe, Websites, Fanpages und andere Social Media Accounts durch Dienste zu ersetzen, die über Instant Messaging ansprechbar sind. Bots statt Fanpages.

Falls Sie jetzt ebenso ratlos sind wie ich das war – noch einige erklärende Worte. Es geht darum, dass Sie einem Computer, einem Algorithmus, eine Nachricht senden. Sie schreiben also beispielsweise: „Wie wird das Wetter morgen?“ – Der Chatbot weiß, wer Sie sind und wo Sie wohnen, und schreibt Ihnen dann: heiter bis wolkig.

Eben so wie Siri beispielsweise.

Benutzen Sie Siri regelmäßig? Ich nicht.

Mein Tool, mit dem ich Facebook Ads schalte, bietet mir so etwas beispielsweise seit einigen Tagen an. Ich kann per Facebook Messenger fragen: „How did my ads perform last week?“ – oder: „What was my average CPC last month?“ – Dann kommt nochmals eine Rückfrage, die eruiert, ob die Anfrage richtig verstanden wurde. Ich sage: „Yes“, und dann bekomme ich die entsprechende Info. Per Messenger.

Vielleicht bin ich wieder einmal zu skeptisch? Ich kann den Mehrwert nicht wirklich erkennen. Warum soll ich denn – nachdem ich bereits heute Login-Daten zu mehr als 200 Websites (!) in meinem Password Manager verwalten muss, auch noch meine Instant Messenger wie Whatsapp, Facebook Messenger et al. mit irgendwelchen externen Diensten verbinden, bei Bots autorisieren, nur, damit diese mir textbasiert Antworten auf Fragen senden?

Ich oute mich heute einmal als Technologie-Skeptiker. Glaube, dass Bots im Moment zwar ein großer Hype sind, aber nicht die Zukunft. Sie sind meines Erachtens eher die Nachfolger / Verwandten von Telefon-Computern. Von Warteschleifen. Lästige Gesellen, die einen daran hindern, gleich mit einem Menschen zu sprechen / zu chatten.

Wir werden noch viel Spaß mit Bots haben. Ironisch gemeint.

Ich selbst habe übrigens auch einen Bot auf Twitter. Aber der dient nur einem Zweck: Spaß. Er mixt munter meine eigenen, früheren Tweets mit einigen Hundert Zeilen Song Lyrics und schlauen Sprüchen – und geht damit Menschen auf deren Nerven. Mitunter muss ich auch missglückte Tweets löschen, denn dem Bot fehlt, so süß er auch ist, jegliches Gefühl für Empathie und Respekt.

Wenn Sie sich mit ihm beschäftigen möchten, folgen Sie @quatschbot auf Twitter. Er antwortet aber nur, wenn er gerade online ist, denn er läuft nicht auf einem Server, sondern als lokales Script auf meinem Macbook.

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