PR muss im Web ein Teamplayer sein

PR muss im Web ein Teamplayer sein
 

PR sollte nicht immer alles allein stemmen. (photocase/kallejipp)

Social Media Relations sind als Maßnahmengebiet in fast allen großen PR-Pitches und Kundenbeziehungen stark nachgefragt. Der Umsatzanteil von Social Media wächst in der Branche. Manche PR-Agenturen haben ihre nach außen wirkende Social-Media-Kompetenz in den letzten Monaten deutlich ausgebaut, haben Preise für Kampagnen und Strategien gewonnen.

Das sind die positiven Beispiele. Doch meist sieht es anders aus. Social-Media-Strategie wird im PR-Alltag bisher noch nicht ausreichend interdisziplinär gedacht. In der Regel wird sie entweder aus Marketing- oder aus PR-Perspektive entwickelt. Entweder schnödes Facebook-Gewinnspiel oder gleich unternehmensweiter Change-Prozess. Oft verpasst wird dabei die Chance, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren. Es findet kaum interdisziplinäres Querdenken statt.

Ich glaube, PR braucht mehr von diesem Querdenken. Dazu müssen wir PR-Menschen bescheidener und offener werden. Bisher waren wir stets die großen Strategen, haben uns ein wenig Event, ein wenig Bild und Text und vielleicht noch ein wenig Social Media zuliefern lassen. Die vermeintlich besonders Cleveren in der Branche dann noch mit unsauberen Mitteln wie gefälschten Rezensionen und gekauften Blogpostings. Naja, Letzteres – wenn auf diese Weise versucht – selten erfolgreich.

PR darf auch mal zweite Geige spielen

Das wird künftig nicht mehr funktionieren. Im Gegenteil: Klassisch journalistisch tickende PR muss erkennen, dass marketinggetriebene, digitale Ideen heute auch einmal im Lead sein können. PR flankiert dann und rundet ab statt die strategische Richtung vorzugeben.

PR darf Dienstleister für andere Com-Disziplinen sein

Das kann bedeuten, dass beim Design einer medienübergreifenden PR-Strategie frühzeitig nerdige Onliner und krasse Werber mit an den Tisch sollten. Das kann so weit geghen, dass Werbemaßnahmen, egal ob klassisch oder digital und virtal, von PR-Menschen einfach nur abgefedert werden – flankiert. Und da müssen wir – in der PR – vielleicht auch mal die Geduld und Demut haben, andere Disziplinen einfach machen zu lassen, sie nur zu begleiten. Die Geduld, parallel mitzudenken und dafür zu sorgen, dass nichts anbrennt im Social Web. Dafür zu sorgen, dass Kritiker ernst genommen werden, Krisenszenarien antizipiert werden. PR muss da nicht immer im Lead sein, moderne PR ist auch Dienstleister für andere Disziplinen.

Die Kommunikationsdisziplinen brauchen mehr internen Wissenstransfer

Häufig wird SoMe im Rahmen von Pitches als Add-On in letzter Minute eingeflogen und nicht durchgehend integriert konzipiert. Liegt auch daran, dass es bisher zu wenig Wissenstransfer zwischen digital affinen und klassisch orientierten PR-Beratern gibt. Deshalb brauchen die Kommunikationsdisziplinen, ob in Unternehmen oder Agenturen, eine ausgeprägtere interne digitale Dialogkultur. Für Agenturen bedeutet das: Dann werden auch die Umsatzpotenziale im SoMe-Umfeld besser erschlossen, künftige innovative Wachstumsfelder im Bereich Mobile Social Media und Smartphone Apps systematisch vorbereitet, High Potentials gewonnen und nicht zuletzt Kunden glücklich gemacht.

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